NFC-Implantate – FAQ zum Einsetzen und zur Sicherheit von NFC-Implantaten (2/2)

17.08.2017

In unserem letzten Blog-Beitrag haben wir die Einsatzmöglichkeiten von NFC-Implantaten vorgestellt. Als kleine Erinnerung nochmal eine Kurzzusammenfassung. Wer noch alles weiß, springt einfach direkt einen Abschnitt weiter ;-)

1. Identifikation

Ein einziges NFC-Implantat kann diverse Mitgliederausweise und Monatsfahrkarten ersetzen. Außerdem kann es genutzt werden, um die eigene Haustür mit einer Handbewegung zu öffnen und sich ohne manuelle Passwort-Eingabe am Windows-Rechner einzuloggen.

2. Hinterlegen und Teilen von Inhalten

Es können auch verschiedene Inhalte auf dem NFC-Implantat hinterlegt werden (z.B. einfacher Text, Links, Kontaktdaten, Adressen oder eine WLAN-Konfiguration). Sobald jemand das NFC-Implantat mit einem NFC-fähigen Smartphone scannt, wird je nach hinterlegtem Inhalt eine Aktion ausgelöst. Wenn z.B. ein Link hinterlegt ist, wird beim Scannen automatisch die entsprechende Website auf dem Smartphone geöffnet.

3. Smartphone-Steuerung

Auf dem NFC-Implantat können auch Befehlsketten hinterlegt werden, um mehrere Smartphone-Einstellungen auf einmal zu ändern und Apps automatisch zu starten. Man könnte ein Implantat z.B. so konfigurieren, dass beim Scannen mit einem NFC-fähigen Smartphone gleichzeitig Bluetooth, WLAN und der Klingelton deaktiviert wird. Beim erneuten Scannen werden alle Einstellungen dann wieder rückgängig gemacht.

Wer diese Anwendungsfälle interessant findet, hat sicher noch jede Menge Fragen zum Einsetzen von Implantaten, zum Heilungsprozess und zur Sicherheit von NFC-Implantaten. Wir beantworten deshalb in diesem Beitrag die wichtigsten Fragen.

FAQ zum Einsetzen von NFC-Implantaten

Wer kann ein NFC-Implantat einsetzen?

Anbieter von NFC-Implantaten liefern das Implantat in der Regel zusammen mit einer Applikationsspritze. Es wird jedoch nicht empfohlen sich das Implantat selbst einzusetzen. Viele Anbieter arbeiten mit Piercing-Studios zusammen und man kann dann bei einem dieser Studios einen Termin zum Einsetzen machen. Natürlich kann man auch einen Arzt oder Piercer seines Vertrauens aufsuchen, allerdings sind NFC-Implantate eventuell noch nicht jedem ein Begriff und daher ist nicht jeder bereit, eines einzusetzen.

Wie wird ein NFC-Implantat eingesetzt?

NFC-Implantate haben ungefähr die Größe eines Reiskorns (2 x 12 mm). Das Implantat wird meistens zwischen Daumen und Zeigefinger eingesetzt, da es dort bei Handbewegungen nicht spürbar ist. Das Implantat sieht aus wie eine kleine Kapsel und wird in eine Applikationsspritze eingefügt. Die Spritze wird dann in die Haut gestochen und das Implantat wird dabei unter die Haut geschoben. Da das Implantat einen Durchmesser von 2 mm hat und vorne in die Spritze eingefügt wird, hat die Spritze dementsprechend auch einen Durchmesser von etwas über 2 mm.

Wie schmerzhaft ist das Einsetzen?

Aus Erfahrungsberichten geht hervor, dass sich das Einsetzen von einem NFC-Implantat mit einem gewöhnlichen Piercing vergleichen lässt. Der Schmerz wird häufig ähnlich wie bei einem Bienenstich beschrieben.

Wie läuft der Heilungsprozess ab?

Direkt nach dem Einsetzen ist eine kleine Einstichwunde sichtbar, die eventuell auch leicht blutet. Es wird empfohlen ein luftdurchlässiges Pflaster zu tragen und beim Duschen ein wasserfestes Pflaster, damit keine Keime in die Wunde gelangen. In manchen Fällen kommt es zu blauen Flecken, einer Schwellung oder Taubheitsgefühlen in einem kleinen Umkreis um die Wunde herum.

Wenige Tage nach dem Einsetzen sollte sich die Wunde geschlossen haben und eine Kruste ist sichtbar. Eventuelle blaue Flecken, Schwellungen und Taubheitsgefühle verschwinden in der Regel auch nach wenigen Tagen. Ein Pflaster ist nicht mehr nötig, allerdings sollte man nicht versuchen das Implantat unter der Haut zu bewegen, da die Haut noch gereizt ist.

Nach ungefähr 6-8 Wochen sollte die Wunde vollständig verheilt sein und es bleibt eventuell eine unauffällige Narbe zurück. Das Implantat fühlt sich nun nicht mehr wie ein Fremdkörper an und ist bei Handbewegungen nicht mehr spürbar.

Kann man ein NFC-Implantat wieder entfernen?

Ja, das Implantat kann jederzeit wieder von einem Arzt oder Piercer entfernt werden. Dazu wird die entsprechende Stelle mit einem Betäubungsspray oder einer Betäubungssalbe behandelt. Es wird ein kleiner Schnitt vorgenommen, durch das sich das Implantat wieder herausschieben lässt.

FAQ zur Sicherheit von NFC-Implantaten

Kann man aus der Ferne Daten vom NFC-Implantat auslesen?

Der NFC-Chip im Implantat besitzt keine eigene Energiequelle. Das bedeutet, dass ein NFC-Implantat nicht von sich aus Daten aussenden kann. Es benötigt ein NFC-fähiges Lesegerät wie z.B. ein Smartphone in unmittelbarer Nähe (1-4 cm). Das NFC-fähige Smartphone besitzt nämlich eine eigene Energiequelle und sendet ein kleines elektromagnetisches Feld aus. Dadurch erhält der NFC-Chip genügend Energie um Daten über sehr kurze Entfernungen zu übertragen. Man kann Daten also nur auslesen, wenn man ein NFC-fähiges Smartphone oder ein anderes NFC-Lesegerät bis auf wenige Zentimeter an das Implantat heranführt. Dazu müsste eine fremde Person auch erst einmal wissen, dass Sie ein Implantat besitzen und wo genau sich dieses befindet.

Können Kriminelle mein NFC-Implantat kopieren?

Jedes NFC-Implantat besitzt eine eindeutige Seriennummer (UID), die beispielsweise zur Identifikation genutzt wird. Es gibt verschiedene Identifikations-Anwendungen wie z.B. das Ersetzen von Mitgliederausweisen und Monatsfahrkarten, das Öffnen der eigenen Haustür und das Einloggen an einem Windows-Rechner. Es stellt sich daher die Frage, ob jemand die UID des NFC-Implantats kopieren könnte und sich dann beispielsweise Zugang zur Wohnung verschaffen könnte.

Theoretisch ist es möglich ein NFC-Implantat zu kopieren. Eine kriminelle Person müsste mit einem NFC-fähigen Smartphone bis auf wenige Zentimeter an das NFC-Implantat herankommen, um so die UID auszulesen. Mit einigem technischen Wissen ist es dann möglich, einen anderen NFC-Tag zu nutzen und die eigentlich eindeutige UID zu überschreiben. In der Praxis ist so ein Vorgehen jedoch eher unwahrscheinlich, denn eine kriminelle Person müsste wissen, dass Sie ein Implantat tragen, wo genau sich dieses befindet und wo Sie wohnen. Zusätzlich benötigt sie technisches Wissen über das Kopieren von NFC-Tags. Als Einbrecher ist es daher deutlich einfacher, ein Schloss zu knacken oder einen Schlüssel zu entwenden.

Kann mein NFC-Implantat gehackt werden?

Genauso wie ein NFC-Implantat nicht eigenständig Daten in die Ferne senden kann, können andere auch nicht aus der Ferne andere Daten auf ihr NFC-Implantat schreiben. Um ein NFC-Implantat zu beschreiben, werden entweder in einer PC-Software oder in einer Smartphone-App die Inhalte festgelegt. Anschließend muss die Hand mit dem Implantat ganz nah an einen NFC-Reader (im Fall von PC-Software) oder an das Smartphone gehalten werden.

Ist ein NFC-Implantat schädlich für meinen Körper?

Da NFC-Implantate noch recht neu sind, wurde diese Frage noch nicht ausgiebig wissenschaftlich betrachtet. Bisher wird davon ausgegangen, dass das Einsetzen mit einem Piercing vergleichbar ist und daher unbedenklich ist. Ein NFC-Implantat kann theoretisch jedoch in einem Computer-Tomographen überhitzen. Durch die Hitze wird das Implantat funktionsuntüchtig und es ist nicht bekannt, wie schmerzhaft sich das für den Patienten gestaltet. Vor einer solchen Untersuchung sollten Träger eines NFC-Implantats also ihren Arzt informieren.

Komme ich unkompliziert durch eine Sicherheitsschleuse?

NFC-Implantate enthalten nur sehr wenig Metall, sodass Sicherheitsschleusen wie z.B. am Flughafen keinen Alarm auslösen.

Fazit

Wer sich ein NFC-Implantat einsetzen lassen möchte, sollte definitiv keine Angst vor Spritzen haben und von den Einsatzmöglichkeiten überzeugt sein. Sicherheitstechnisch muss man bei NFC-Implantaten nicht mehr Bedenken haben als bei ganz gewöhnlichen NFC-Tags. Insgesamt sollte man sich jedoch darüber im Klaren sein, dass NFC-Implantate noch recht neu sind und sich mögliche Auswirkungen auf den Körper eventuell erst in einigen Jahren herausstellen. Wer also einfach nur die Einsatzmöglichkeiten der NFC-Technologie spannend findet und eine schmerzfreie Alternative sucht, kann nach wie vor auf gewöhnliche NFC-Tags zurückgreifen.

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