NFC in der Sicherheitsbranche

13.07.2017

Wofür wird NFC in der Sicherheitsbranche eingesetzt?

Zu den Dienstleistungen von Sicherheitsdiensten zählt häufig der sogenannte Objektschutz. Dabei wird der Sicherheitsdienst von einem Kunden beauftragt ein bestimmtes Gebäude oder Grundstück zu bewachen. Wachpersonal patrouilliert dabei entlang einer vorher festgelegten Route und hält die Route auch in einem Protokoll fest. Dies ist besonders wichtig, um dem Kunden und seiner Versicherung im Falle eines Schadens die ordnungsgemäße Arbeit des Wachpersonals nachweisen zu können. Bisher kommen dazu meistens elektronische Wächter-Kontrollsysteme zum Einsatz. Mittlerweile gibt es jedoch auch erste NFC-basierte Wächter-Kontrollsysteme, die das Erstellen von Protokollen einfacher und kostengünstiger gestalten.

Je nach Kunde kann es auch vorkommen, dass bestimmte Abschnitte auf einer Route durch Zutrittskontrollen gesperrt sind. Auch in Schließsystemen kann NFC eingesetzt werden, um das Wachpersonal eindeutig zu identifizieren und Zugang zu gewähren. Für Sicherheitsdienste ist natürlich auch wie für jedes andere Unternehmen relevant, die Arbeitszeiten ihrer Mitarbeiter aufzuzeichnen. Auch im Bereich Zeiterfassung kann die NFC-Technologie eingesetzt werden.

Welche Technologien kommen bisher in der Sicherheitsbranche zum Einsatz?

Erstellung von Protokollen mit Wächter-Kontrollsystemen

Aktuell werden meistens elektronische Wächter-Kontrollsysteme genutzt, um Routen des Wachpersonals aufzuzeichnen. Bei diesen Systemen werden in der Regel RFID-Kontrollpunkte auf der Route mit einem sogenannten Datensammler gescannt. Die Kontrollpunkte enthalten einen RFID-Chip mit einer eindeutigen Identifikationsnummer (UID). Der Datensammler ist ein spezielles RFID-Lesegerät, auf dem dann die Identifikationsnummer des gescannten Kontrollpunktes und der zugehörige Mitarbeiter gespeichert werden. Am Ende des Wachgangs wird der Datensammler in einen Downloader gesteckt, der dann die Daten an die Zentrale überträgt. Dort werden die Daten gespeichert und können auch jederzeit als Protokoll ausgedruckt werden. Großer Nachteil von RFID-basierten Wächter-Kontrollsystemen sind die hohen Kosten, da spezielle RFID-Lesegeräte benötigt werden.

Zutrittskontrollen mit Magnetkarten und PIN-Eingabefeldern

Zutrittskontrollen werden häufig über Magnetstreifenkarten oder PIN-Eingaben geregelt. Mitarbeiter ziehen dann entweder ihre Magnetstreifenkarte durch ein Lesegerät oder geben eine PIN in ein Eingabefeld an Türen ein. Magnetstreifenkarten müssen jedoch häufig ausgetauscht werden. Sobald eine Magnetstreifenkarte in die Nähe eines Magneten gelangt, ist sie häufig nicht mehr brauchbar, da die Karte entmagnetisiert wurde. Der Magnetstreifen ist außerdem sehr anfällig für schnelle Abnutzung, da die Karte ständig durch ein Lesegerät gezogen wird.

Zeiterfassung mit Stundenzetteln und Stempeluhren

Die Zeiterfassung erfolgt in vielen Fällen noch analog über Stundenzettel oder Stempeluhren. Dadurch liegen Arbeitszeiten von Mitarbeitern häufig nicht in digitaler Form vor.   

Wie funktioniert Objektschutz, Zutrittskontrolle und Zeiterfassung mit NFC?

Objektschutz mit NFC-Tags

Als kostengünstigere Alternative zu Wächter-Kontrollsystemen mit RFID-Kontrollpunkten und Datensammlern können auch NFC-Tags mit UID eingesetzt werden. Anstelle von RFID-Chips werden an Kontrollpunkten NFC-Tags platziert, die deutlich günstiger zu erwerben sind. Das Wachpersonal meldet sich dann mit Nutzername und Kennwort in einer App auf einem NFC-fähigen Smartphone an. Beim Erreichen eines Kontrollpunktes berührt das Wachpersonal einfach kurz mit dem Smartphone den entsprechenden NFC-Tag. Auf dem Display erscheint dann eine Bestätigung über den erfolgreichen Scanvorgang und die Daten werden ohne den Umweg über einen Downloader direkt an einen Server übermittelt und dort gespeichert. Im Gegensatz zu RFID-Chips können NFC-Tags mit Standard-Smartphones für wenige Hundert Euro gescannt werden, während spezielle RFID-Lesegeräte oft deutlich teurer sind und noch zusätzlich einen Downloader für das Übertragen der Daten benötigen.

NFC-Mitarbeiterausweis mit Apps für Zutrittskontrolle und Zeiterfassung

Mit der NFC-Technologie können verschiedene Anwendungen wie Zutrittskontrolle und Zeiterfassung in einem NFC-Mitarbeiterausweis vereint werden. Der Mitarbeiterausweis ist im Wesentlichen eine robuste Plastikkarte mit integriertem NFC-Chip. Dabei handelt es sich meistens um den MIFARE DESFire EV1-Chip, der enthaltene Daten sicher verschlüsselt. Außerdem enthält der Chip verschiedene „Container“ in denen jeweils eine sogenannte DESFire Anwendung gespeichert werden kann. Dadurch ist es möglich auf einer einzigen Karte eine Anwendung für Zutrittskontrolle und eine weitere Anwendung für Zeiterfassung zu speichern. Wenn ein Mitarbeiter seinen Arbeitsplatz betritt oder verlässt, hält er einfach seinen NFC-Mitarbeiterausweis an ein NFC-Lesegerät. Um gesicherte Bereiche zu betreten, hält er den NFC-Mitarbeiterausweis an das Lesegerät an der entsprechenden Tür. Die Lesegeräte übermitteln dann an den DESFire-Chip welche Anwendung gestartet werden soll.

Der Vorteil von NFC für Zutrittskontrolle und Zeiterfassung liegt klar auf der Hand. Zwei Anwendungen können in einer Karte vereint werden. Die NFC-Karte ist außerdem deutlich weniger anfällig für Abnutzungserscheinungen als Magnetstreifenkarten und kann auch nicht entmagnetisiert werden. NFC erleichtert Zutrittskontrollen und Zeiterfassung also für den Mitarbeiter und ist obendrein kostengünstiger als bisherige Magnetstreifen-Lösungen, da NFC-Karten nicht so häufig ausgetauscht werden müssen.

Welche NFC-Chips werden in der Sicherheitsbranche eingesetzt?

Allen voran ist hier der MIFARE DESFire EV1-Chip zu nennen. Dieser Chip bietet eine sichere Verschlüsselung und ermöglicht das Speichern von mehreren Anwendungen gleichzeitig. Durch die Verschlüsselung ist es nicht ohne weiteres möglich die Inhalte auf dem Chip zu kopieren, weshalb er für sicherheits-relevante Anwendungen wie Zutrittskontrolle und Zeiterfassung gewählt werden sollte. Der Chip ist in verschiedenen Speichergrößen erhältlich und die Kosten für den Chip sind natürlich höher, je mehr Speicherplatz er bietet. Beim Kauf sollte man also immer die Anzahl der Anwendungen kennen, die hinterlegt werden sollen. Je mehr Anwendungen auf dem Chip gespeichert werden sollen, desto mehr Speicherplatz wird auch benötigt.

Neben dem DESFire-Chip kommt häufig auch noch der MIFARE Classic 1K zum Einsatz. Dieser Chip ist schon etwas älter und die Verschlüsselung ist mittlerweile nicht mehr als sicher anzusehen. Dennoch wird der Chip immer noch häufig eingesetzt, da er auch mit älteren Systemen kompatibel ist.

Für einige Anwendungen in der Sicherheitsbranche reicht auch ein Chip ohne Verschlüsselung aus. Für die Protokollierung von Wächter-Kontrollgängen wird beispielsweise oft der NTAG213-Chip genutzt, der zwar eine UID besitzt aber keine Verschlüsselung. Auf diesem Chip können auch nicht mehrere Anwendungen gleichzeitig genutzt werden, allerdings ist dies für die Protokollierung auch nicht nötig. Der NTAG213 ist deutlich kostengünstiger als Chips mit Verschlüsselung, daher wird er meistens zum Scannen der Kontrollpunkte eingesetzt.

Bei uns im NFC-Tag-Shop erhaltet ihr alle NFC-Chips, die in der Sicherheitsbranche eingesetzt werden. Wir beraten Sie gerne bei der Auswahl des richtigen Chips und beantworten Ihre Fragen zu Objektschutz, Zutrittskontrolle und Zeiterfassung mit NFC.

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